Kapitän Leos Geschichten
– oder wie Kapitän Leo bei uns im StrandBad landete

 

leo-gross„Es war einmal“……!
Es gibt so viele Geschichten, die mit „es war einmal“ beginnen. Und dann gibt es ganz besondere Geschichten, die mit „es war einmal“ beginnen. EINE davon ist die Geschichte von ‚Leo‘ – einem großen und tapferen Löwen. Und das schönste an DIESER Geschichte ist, dass sie nicht vorbei ist. Ganz im Gegenteil! Denn, obwohl dieser Löwe natürlich aus Afrika stammt, erlebt er seine Abenteuer hier bei uns in Frankenthal.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an.
Denn obwohl dieser ‚Leo‘ ein Löwe ist, gibt es keinen Grund für euch, sich vor ihm zu fürchten, denn er mag Kinder sehr. Er hat ja nie vergessen, dass er selbst mal ein Kind war und was er da alles so angestellt hat. Aber obwohl unser ‚Leo‘ nicht nur ein Löwe, sondern sogar ein Pirat ist, braucht ihr auch keine Sorge zu haben. Denn er wurde ja ganz unfreiwillig ein Pirat. Warum? Nun genau davon wollen wir euch erzählen und natürlich davon, wie er hierher zu uns kam.

Es war also vor langer Zeit im weit entfernten Afrika als ein junger Löwe namens ‚Leo‘ beschloss, Kapitän zu werden. Denn er liebte das Meer! Okay dann wisst ihr ja, warum der Leo so sehr das Wasser mag. Und als er dann also Kapitän war, wurde er schnell sehr beliebt unter den Seeleuten, den

n er war ein guter Kapitän, mit allen guten Eigenschaften, die ein Löwe in sich trägt. Ja er war groß, stark, ehrlich und vor allem war er gerecht.

Aber seine Beliebtheit brachte ihm leider nicht nur Freunde, sondern auch ein paar Feinde, die ihm seinen Erfolg nicht gönnten. Ein solcher Typ war ein anderer Kapitän, ein fieser Hai, der üble Geschichten über unseren Leo verbreitete, die zwar alle nicht stimmten, aber dazu führten, dass unser Leo flüchten musste, denn sie wollten ihn festnehmen. ship-bUnd glaubt ihr etwa, ein Löwe lässt sich freiwillig festnehmen!? Nein! UNSER Leo beschloss, mit seinem Schiff namens ‚Malaika II‘ und seiner Mannschaft aufzubrechen und fortan einfach als Pirat über die Meere zu segeln. Er legte sich also eine Augenklappe an, hisste die Piraten-Flagge mit dem Totenkopf am höchsten Mast seines Schiffes, und stach in See.

Lange waren unser Leo und seine Mannen unterwegs, ankerten mal hier, mal dort, sahen viele Länder und lernten viele Menschen kennen, und benahmen sich NIE wie Seeräuber, sondern immer wie ehrbare Piraten. In einer der Nächte auf hoher See wurde das Schiff ‚Malaika II‘ dann von einem heftigen Sturm gepackt und dabei schaukelte es so sehr, dass der Sextant über Bord fiel. Ein Sextant ist das Gerät, mit dem die Seeleute in tiefster Nacht mit Hilfe der angepeilten Sterne ihre genaue Position auf dem Meer bestimmen können und wissen, wohin die Reise geht.

mapAls der Sturm sich legte und die Seeleute und unser Kapitän Leo wieder trocken hinter den Ohren waren, bemerkten sie, dass sie ziemlich orientierungslos auf hoher See trieben. Aber ein großer Pirat wie unser Leo ließ sich davon natürlich nicht erschrecken und segelte munter drauflos, bis Land in Sicht kam.

Eine Weile segelten sie am Ufer entlang, bis sie an eine Flussmündung kamen.
Nicht ahnend, dass es der Rhein ist, bogen sie rechts ab und fuhren einfach den Fluss hinauf. Irgendwann legte sich unser Leo schlafen, denn auch ein großer Löwe muss sich ja mal ausruhen. Geweckt wurde er plötzlich und unsanft von einem starken Ruckeln des Schiffes. Es war auf eine Sandbank aufgelaufen und in 2 Teile zerbrochen. Und alle standen an Deck und schauten sich den Schaden an. Schnell wurde klar, dass das Schiff so bald nicht repariert werden kann. Zu viel war kaputt gegangen. Und so beschloss man, es sich auf dieser Sandbank als ‚Piraten-Bucht‘ gemütlich zu machen und von dort aus erst einmal die Gegend anzuschauen.

Und was glaubt ihr, wo sich diese Sandbank befindet, auf der das Schiff zerbrochen ist? Ja, hier bei uns in Frankenthal, mitten in unserem StrandBad liegt diese Sandbank namens ‚Piraten-Bucht‘ und darauf das zerbrochene Schiff von unserem Kapitän Leo. Und weil es dem tapferen Löwen Leo so gut in Frankenthal gefiel, hat er beschlossen, einfach hier zu bleiben und viele, viele Streiche mit euch Kindern anzustellen.

Also ab ins StrandBad mit euch! Dort begegnet ihr unserem Kapitän Leo, erfahrt all die Geschichten seiner langen Reise, und könnt viele Abenteuer zusammen mit ihm erleben.

 

Hier kannst du dir die Leo Geschichte anhören.
Gesprochen von Andreas Kuhn.

Viel Spaß!

 

Auf ins OstparkBad –
oder wo Kapitän LEO den Winter verbringt

Nun war Kapitän Leo schon den ganzen Sommer im StrandBad in seiner Piraten-Bucht und fühlte sich richtig wohl. Tagtäglich kamen viele Kinder, die seine Geschichten hören und mit ihm neue Abenteuer erleben wollten. Ganz besonders lustig fand er es immer, die Kinder mit den Wasserkanonen nass zu spritzen – das war vielleicht ein Spaß.
Es gab viele schöne heiße Tage in diesem Sommer, aber so langsam wurden die Tage kürzer und die Sonne war oft hinter Wolken versteckt. Aber selbst wenn sie ihm ins Gesicht lachte – so heiß wie noch vor ein paar Wochen war ihm dabei nicht. Und es kamen ihn auch immer weniger Kinder besuchen.
Das kannte er von Afrika nicht – dort war es immer heiß gewesen, oft viel zu heiß für einen großen Löwen mit dickem Fell. Und als an einem Tag mal wieder viele Regenwolken die Sonne verdeckten und es immer wieder nieselte, zog sich Kapitän Leo nicht in sein geliebtes Schiff, die Malaika II, zurück, sondern setzte sich seine Piratenmütze auf, rückte die Augenklappe zurecht und machte sich auf einen Rundgang durchs StrandBad. Vielleicht würde er ja außerhalb seiner Piraten-Bucht ein warmes, kuscheliges Plätzchen für den Herbst und Winter finden.
So marschierte er schnurstracks am Schwimmerbecken vorbei – hier zogen noch ein paar abgehärtete Schwimmer ihre Bahnen – zum Sternbecken Richtung Monte Scherbelino. Diesen Weg kannte er schon von seinen Ausflügen zu seiner Freundin Malaika im Tiergehege. Dieses Mal schlug er sich aber nicht durch die Büsche über den Zaun, sondern folgte dem Weg um den Weiher. Ei, was sah er denn da? Hier tollten noch einige Kinder an komischen Stangen herum, das sah lustig aus. Und ein Stück weiter? Da waren Kinder in einem Käfig und spielten ausgelassen Fußball. Das war aber komisch – so etwas hatte er noch nie gesehen. Etwas verunsichert näherte er sich dem bunten Treiben und kaum hatten die Kinder ihn erblickt, kamen sie schon angerannt und luden ihn zum Spielen ein. Also spielte er mit ihnen Fußball in den Panna-Käfigen (in dem Käfig wird man nicht gefangen gehalten, sondern kann immer wieder heraus), versuchte sich an Kunststücken auf der Parkour-Anlage und lernte sogar Tischtennis spielen. Das gestaltete sich zwar etwas schwierig, weil seine Hand genauso groß wie der Schläger war, aber es machte trotzdem viel Spaß.
Eines anderen Tages saß er gerade auf dem Kinder-Karussell am Weiher und beobachtete die Vögel – da sah er ein paar Kinder mit langen Schlägern durch die Büsche huschen. Dahinter hörte er leises Lachen und immer wieder „Klock, Klock“. Was machten die Kinder nur hinter den Büschen? Leise schlich er einen kleinen Fußweg entlang und endlich sah er sie: Mit den langen Schlägern schlugen sie immer wieder gut gelaunt auf einen kleinen Ball, der danach in alle Richtungen flog. Langsam näherte er sich dem bunten Treiben und fragte neugierig: „Was tut ihr da?“ Und die Kinder antworteten „Minigolf spielen“ und freuten sich sehr, ihn zu sehen. Nachdem sie eine Weile versucht hatten, den kleinen Ball in ein genauso kleines Loch zu treffen, packten die Kinder wieder ihre Taschen und verabschiedeten sich von Kapitän Leo.
Und so zogen auch die letzten schönen Spätsommertage ins Land und Kapitän Leo verschlug es immer öfter auf die Spielplätze und Spielgeräte rund um den StrandBad-Weiher oder auch zum Minigolf.
Denn hier fand er jeden Tag noch einige Kinder, die mit ihm kleine Abenteuer erlebten.
Aber auch diese Kinder kamen irgendwann nicht mehr und es passierte noch etwas: Immer wenn er in den letzten Tagen von seinen Ausflügen zurückkam, verschwand auch das Wasser.
Erst im Becken am Monte Scherbelino, dann im Sternbecken. Selbst im Schwimmerbecken fanden sich keine Schwimmer mehr – und auch kein Wasser. Er befürchtete, dass auch das Wasser in der Piraten-Bucht bald verschwinden würde – aber wohin?

Und so setzte er sich auf Deck seiner geliebten Malaika II, dachte nach und erfreute sich an den letzten wärmenden Sonnenstrahlen. Aber inzwischen konnte es auch Kapitän Leo nicht mehr ignorieren:
Die Tage wurden noch kürzer, die Sonne wärmte ihn nicht mehr und die Nächte wurden kühler. Auch sein dickes Fell konnte ihn nicht mehr ganz vor der Kälte schützen. Und außerdem wehten ihm ständig nervende Blätter in seine lange Löwenmähne.
Aber wo sollte er hin?
Er machte sich also auf den Weg und suchte Daniel, den Schwimmmeister. Daniel war ihm den ganzen Sommer über ein Vertrauter geworden, sozusagen sein Freund und Helfer. Er kümmerte sich nicht nur um das Wohlergehen von Kapitän Leo, sondern kämmte ihm auch regelmäßig die Löwenmähne und das Fell. Er fand Daniel beim Schwimmmeistergebäude, dort war richtig was los. Überall lagen Werkzeuge herum und bunte Baupläne hingen an der Wand. Das sah eindeutig nach Baustelle und Arbeit, nicht nach Spaß aus.

„Daniel“ brüllte Kapitän Leo los, worauf sich alle Bauarbeiter erst einmal erschrocken duckten. „Mir ist kalt! – Und irgendjemand bringt mein Wasser weg – ich will wissen wohin! Ich bin ein großer Kapitän, bin über alle Weltmeere gesegelt. Ich brauche Wasser.“ „Das habe ich mir schon gedacht, aber immer wenn ich zur Piraten-Bucht kam, warst du gerade unterwegs. Wir bringen das Wasser nicht  weg, wir lassen es ab, um die Becken für den nächsten Sommer zu säubern. Das Wasser in deiner Piraten-Bucht lassen wir zwar nicht ab – aber hier draußen wird es wirklich immer ungemütlicher. Wir haben da ein wirklich kuscheliges Plätzchen für dich gefunden, mit ganz viel Wasser, das wird dir gefallen, glaub mir. Dort kannst du den ganzen Herbst und Winter bleiben. So lange, bis das StrandBad im nächsten Jahr wieder öffnet und es warm genug ist, dass du wieder in deiner Malaika II wohnen kannst.“.
Kapitän Leo war neugierig, er hechtete zu seinem Schiff zurück, zog sich seine Piratenmütze auf, rückte die Augenklappe zurecht und folgte Daniel, dem Schwimmmeister. Daniel führte ihn schnurstracks zu einem riesigen Glaskasten, gefüllt mit: Wasser! Und Kindern! Kindern, die ausgelassen spielten und tobten – Kapitän Leo drückte sich die Nase an dem großen Fenster platt.
Und als er drinnen ankam, fühlte er sich schon fast wie zu Hause. Kuschelig warm war es hier, fast wie im Sommer auf der Sandbank im StrandBad. Und wie in Afrika, wo früher sein Zuhause gewesen war. Und es gab Wasser, viel Wasser. Wasser, um sich die Füße abzukühlen, im Kleinkindbecken reichte es ihm gerade mal bis kurz über die Tatzen;  ein Becken Wasser, das ihm gerade mal den Bauch kitzelte und dann noch ein großes Becken voll mit Wasser, in dem man ausgelassen schwimmen und tauchen konnte. Aber das überließ er lieber den anderen. Denn wie jeder von uns weiß, sind Katzen wasserscheu. Und auch unser Kapitän Leo ist eine Katze, wenn auch eine sehr große Katze! Er schwang seine Tatzen lieber in das kleine bunte Becken, das aussah wie ein Bauernhof. Das reichte ihm.
Ein bisschen traurig war er schon manchmal, dass er sein geliebtes Schiff Malaika II den ganzen Winter über zurück lassen musste, aber groß war die Wiedersehensfreude mit den vielen Wasserratten, die er schon vom StrandBad  kannte. Und Daniel der Schwimmmeister hatte es ihm versprochen: Sobald die Tage wieder länger würden und die Sonne wieder ihre warmen Strahlen schicken würde: Dann, ja dann, würde er wieder seine Piratenmütze aufsetzen, seine Augenklappe zurecht rücken und zu Malaika II zurückkehren. Aber bis dahin sollte noch einige Zeit vergehen.
Möchtet ihr Kapitän Leo nicht auch einmal besuchen? Dann kommt einfach ins OstparkBad Frankenthal! Sonntags ist es dort besonders lustig, denn dann ist Kinder-Spielenachmittag…

 

Kapitän Leo und das Schaf Malaika – oder: Wie Schaf Malaika zu seinem Namen kam

Kapitän Leo war nun schon einige Zeit im StrandBad gestrandet und fühlte sich richtig wohl. Er wusch sich täglich sein Fell unter den Schwallduschen und ließ sich von den Wasserfontänen die Nase kitzeln. Und was ihm besonders gut gefiel waren die Kinder, die ihn tagtäglich besuchten und mit ihm spielten.

Aber Frankenthal ist nicht Afrika und es scheint auch nicht jeden Tag die Sonne – und als mal wieder viele Regenwolken am Himmel standen, da war Kapitän Leo ganz allein in seiner Piraten-Bucht. Keine Piratenkinder, die ausgelassen mit ihm toben konnten. Und als es auch noch anfing zu regnen, da war es Kapitän Leo so langweilig, dass er beschloss, seine geliebte Piraten-Bucht für einen kleinen Ausflug zu verlassen und die Umgebung zu erkunden. Vermissen würde ihn wahrscheinlich keiner…

Und so kam es, dass Kapitän Leo seine Piratenmütze aufsetzte, seine Augenklappe zurecht schob und sich auf den Weg machte. Wohin? Ja, das wusste er auch nicht so genau. Ihn zog es über den hohen Berg, den sie hier Monte Scherbelino nannten, hinein in die großen Büsche. Mit einem Hops hatte er auch den Zaun überwunden und schlug sich tapfer ins Gebüsch. Und er merkte: Ganz so furchtlos wie ein großer Löwe eigentlich sein sollte war er nicht, ein klein wenig Angst hatte  er schon vor den Gefahren, die hier auf ihn lauern könnten. Aber das war nicht so schlimm – er konnte ja laut brüllen – damit konnte er noch jeden in die Flucht schlagen.

Auf einmal hielt Leo inne: Mit seinen guten Ohren hatte er ein Geräusch vernommen, das er noch nie so laut und durchdringend gehört hatte. Es hört sich ungefähr so an: Mähähähähähähähähähähä. Was war das? Schnell schüttelte Leo seine wuschelige Mähne und schlich auf leisen Pranken in Richtung dieses seltsamen Geräusches. Mit einem Satz sprang er hinter einem großen Strauch hervor und stand einem wolligen Etwas gegenüber mit einem schwarzen Gesicht aus dem ihn zwei funkelnde Augen anstarrten. Und ob das noch nicht ausgereicht hätte fing dieses Wollknäuel schon wieder lauthals an zu „mähen“. „Still“ brüllte Kapitän Leo und richtete sich dabei zu voller Größe auf – und es war kein Laut mehr zu hören.  Das Wollknäuel duckte sich verängstigt auf den Boden und zitterte. Und was tat Kapitän Leo? Er war selbst ganz erschrocken über sein lautes Gebrüll und setzte sich neben – ja was könnte denn das Wollknäul sein? Leise sprach er: „Ich bin Kapitän Leo und wohne in der Piraten-Bucht hier gleich gegenüber hinter den Büschen und Wäldern, auf der anderen Seite des großen Berges – und was bist du und wie heißt du?“ Und ein kleines Stimmchen antwortete ihm mit leiser Stimme: „Ich bin ein Schaf. Ohne Namen. Alle meine Freunde haben einen Namen. Ich bin soooo traurig. Du kannst mich ruhig fressen.“ „Oh, das ist aber wirklich traurig. Und du musst dir keine Sorgen machen, ich bin ein lieber Löwe, ich fresse keine Schafe. Ich bin der Kapitän eines großen Schiffes, das hier in der Piraten-Bucht gestrandet ist, die Malaika II.  Und nun lebe ich hier. Jeden Tag besuchen mich liebe Kinder und wir spielen zusammen. Außer heute, wenn es regnet kommen keine Kinder ins StrandBad. Deshalb wollte ich etwas die Umgebung erkunden.“ Und obwohl das Schaf riesige Angst vor dem großen Löwen hatte, fasste das Wollknäuel recht schnell Vertrauen zu unserem Kapitän Leo und ließ sich von ihm die schönsten, tollsten und spektakulärsten Geschichten seiner langen Abenteuerreise erzählen. Und dabei versiegten die Tränen wie von selbst und das Schaf vergaß für viele Momente seine Traurigkeit.

Keiner der beiden merkte, dass sich die Regenwolken langsam verzogen hatten und sich die Dunkelheit über Frankenthal legte. Erst als sich die ersten Glühwürmchen in der langen Mähne von Leo verfangen hatten bemerkten Leo und das Schaf, dass es schon fast Mitternacht war. Leise surrend flogen die Glühwürmchen um die neuen beiden Freunde herum. Leo bewunderte dieses Schauspiel, hatte er doch so etwas auch noch nie gesehen. „Wer seid ihr?“ fragte er ganz erstaunt? „Wir sind Glühwürmchen und heißen Lilo und Lale“. Und auf einmal durchbrach ein fürchterliches Mähen die Nacht, laut und herzergreifend und Leo bemerkte sofort, dass das Schaf wieder weinte. Erschrocken legte er seine großen Pranken um das Wollknäuel und fragte: „Was ist passiert? Warum weinst du?“ „ICH habe keinen Namen“ mähte das Schaf und große Tränen kullerten aus seinen Augen. Lilo und Lale flatterten aufgeregt um das Wollknäuel herum und fragten erstaunt: „Wie, du hast keinen Namen? – Jeder hat einen Namen!“ „Nein, ich nicht“ und das Schaf schlug seine Kulleraugen nieder und wisperte leise vor sich hin: „Und ich bin selbst schuld daran“. „Warum?“ fragten Lilo, Lale und Kapitän Leo aus einem Munde. „Wir waren viele Schäfchen als ich auf die Welt gekommen bin. Dann sollten wir getauft werden – aber da waren so viele Menschen und Kinder – ich hatte riesige Angst und habe mich versteckt. Und so hat man mich vergessen. Alle meine Geschwister haben ganz tolle Namen bekommen. Meine große Schwester Freni hat mich in meinem Versteck gefunden – aber da war es schon zu spät.“  Kapitän Leo zog das Schäfchen an seine riesige Löwenbrust und  kraulte ihm mit seinen riesigen Löwenpranken das Fell. Lilo und Lale spendeten dem ungleichen Paar schummriges Licht.

Auf einmal schüttelte Kapitän Leo seine riesige Löwenmähne, strahlte über das ganze Gesicht und brüllte in die Nacht: „Ich habs!“ Mit fragenden Augen schaute das Schäfchen Kapitän Leo vertrauensselig an, auch Lilo und Lale strahlten mit ihren Glühkörpern aufgeregt um die Wette. „Ich habe dir alle meine Geschichten erzählt und an meiner Seite war stets mein treues Schiff Malaika II, es hat mich durch die höchsten Wellen getragen, durch alle Stürme geschifft und sicher um die halbe Welt begleitet. Auch wenn es nur ein Schiff ist – es ist mein bester Freund. Und das will ich für dich sein: Dein bester Freund!“ Und Kapitän Leo nahm die kleine schwarze Hufe des Schäfchens in seine Riesenpranke und sprach mit feierlichen Worten: „Bei Sturm und Regen, bei Sonne und Wolken will ich an deiner Seite stehen – will dich beschützen und dein bester Freund sein: Daher taufe ich dich auf den Namen Malaika!“ Und auch wenn die Nacht dunkel war konnte man doch zwei strahlende Augen erkennen, die wie zwei Edelsteine glitzerten – es waren die blauen Augen des Schafes Malaika.

Und so kam das Schaf ohne Namen zu dem Namen Malaika – und Kapitän Leo besuchte es bei jeder Gelegenheit, die sich ihm bot. Immer wenn das Wetter etwas schlechter war und er in seiner Piraten-Bucht keinen Besuch hatte, setze er seine Piratenmütze auf, schob seine Augenklappe zurecht und machte sich auf den Weg zu seiner neuen Freundin Malaika. Und was denkt ihr, wer besuchte Malaika noch? Natürlich! Lilo und Lale kamen vorbeigeflattert sobald sich die Dunkelheit über das Tiergehege legte und somit hatte Malaika nicht nur einen Namen, sondern auch neue Freunde gewonnen!

Übrigens: Am 25. Juli übernahm Kapitän Leo ganz offiziell die Patenschaft für Malaika. Bilder hierzu findet ihr in unserer Bildergalerie auf www.leo-strandbad.de!